| Was oben und unten in Fülle und Kraft |
| Die ewige Mutter erschuf und erschafft, |
| Sie hat es in Formen, in steife, gehüllt, |
| In starrende Normen das Leben gefüllt. |
| Und wies in den Formen auch brauset und zischt, |
| So bleibt es doch immer mit Erde gemischt, |
| Nie kann sichs entreißen der dumpfen Gewalt, |
| Da wird es so trübe, da wird es so kalt. |
| Doch mich hat sie nimmer gebannt in den Ring, |
| Mt welchem sie grausam die Wesen umfing, |
| Ich steige hinunter, ich steige empor, |
| Nach eignem Behagen im wirbelnden Chor. |
| Ich schlürfe begierig aus jeglichem Sein |
| Mit tiefem Entzücken den Honig hinein, |
| An keines gebunden, muß jedes mir schnell |
| Die Pforten entriegeln zum innersten Quell. |
| Ich bins, der die Welle des Lebens bewegt, |
| Der ihre gewaltigste Strömung erregt, |
| Und dann, was sie innerlich eigen besitzt, |
| Enteilend, ins dürstende Weltall verspritzt. |
| Im Kelche der Blume, im farbigen, nun |
| Das stille Verschließen, das liebliche Ruhn! |
| Und wenn ich entsteige der tauigen Gruft, |
| Umströmt mich, entbunden, der glühendste Duft! |
| O seliges Wohnen in Nachtigallbrust, |
| O süßes Zerinnen in heimlichster Lust! |
| Ich hauch ihr die Liebe ins klopfende Herz, |
| Dann scheid ich, da singt sie in ewigem Schmerz. |
| In Seelen der Menschen hinein und hinaus! |
| Sie möchten mich fesseln, o neckischer Strauß! |
| Die fromme des Dichters nur ists, die mich hält, |
| Ihr geb ich ein volles Empfinden der Welt. |